
DES-MIRAR 2026 – Filme aus Abya Yala: Neue Blicke auf Lateinamerika
Zweite Ausgabe 2026
Gastland: Kolumbien
Sonntag, 11. Oktober 2026 | 17:30 Uhr
Projektor · Gasteig HP8 · München
Bewegte Blicke
Mit der Reihe DES-MIRAR blicken wir zum zweiten Mal auf die Filmwelten in Abya Yala, eine alternative Bezeichnung des amerikanischen Kontinents, mit der auf seine häufig übersehene vorkoloniale Existenz hingewiesen wird. DES-MIRAR (sp. für "ent-sehen“) entstand aus einer einfachen, aber unbequemen Frage: Was passiert, wenn wir den Blickwinkel auf Amerika verändern? DES-MIRAR ist jedoch keine Aufforderung wegzusehen, eher eine Einladung, unsere Sehgewohnheiten und Erzählkonventionen zu erkennen, indem wir uns ungewöhnlichen oder unvertrauten Stimmen und Standpunkten hinwenden. DES-MIRAR bewegt die Blicke.
In seiner zweiten Ausgabe richtet DES-MIRAR den Fokus auf Kolumbien, um mit den zahlreichen Standpunkten ins Gespräch zu treten, die das Kino rund um das heikle Thema des Friedens freilegt. Wir begegnen dem südamerikanischen Land zwischen Pazifik, Karibik und dem Amazonasbecken in einer Auswahl unabhängiger und gemeinschaftsbasierter Filmproduktionen.
Zehn Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens von 2016 zwischen dem kolumbianischen Staat und der ehemaligen Guerillagruppe FARC-EP, hält der bewaffnete Konflikt zwischen verschiedenen Akteuren weiterhin an und nimmt einen zentralen Platz in den Bildern und Alltagserzählungen zu Kolumbien ein.
Über Frieden zu sprechen, bedeutet aber auch, über die bewaffneten Akteure und Kriegsschauplätze hinauszublicken. Es bedeutet, uns mit Ungleichheiten, mit Landverteilung und Schutzgebieten, mit Erinnerungen und Formen des Widerstands auseinanderzusetzen. Über Frieden zu sprechen bedeutet, sich auf kreative und kollektive Formen einzulassen, die das Zusammenleben in der Gesellschaft fördern und eine bessere Zukunft gestalten. Bei DES-MIRAR ist der Frieden stets eingeladen.
Mit unserem aktuellen Filmprogramm möchten wir über die allzu verbreiteten Bilder von Gewaltentladungen und permanenten Spannungen in Kolumbien hinausblicken und die Realitäten des Landes mit filmischen Standortbestimmungen erfassen, die zum Nachdenken, möglicherweise auch zum Umdenken anregen. Es geht um Landkonflikte und verletzte Schutzräume, um gegenwartsbestimmende Erinnerungen und angefochtene Zukunftsentwürfe, um Anpassung und Widerstand, um Gemeinschaftlichkeit und Formen der Friedensarbeit unter schwierigen Bedingungen. Es geht, bei aller Betroffenheit, auch um die ungeahnten Einflüsse Deutschlands und Europas auf die transatlantischen Welten.
In der aktuellen Ausgabe zeigen wir einen Spielfilm, räumen aber auch dem kommunalen Kino einen besonderen Platz ein. Das Filmmedium ist eine Möglichkeit, dominante Narrative aufzuschließen und umzuschreiben, eigene Selbst- und Weltbilder entstehen zu lassen. Der Film wird so zu einem Instrument der Erinnerung, der Selbstverständigung und des Wandels.
Das einheitliche Bild von Kolumbien wird bei DES-MIRAR um viele Nuancen erweitert, die Perspektiven vervielfacht. Aus diesem Grund endet unsere Veranstaltung auch nicht mit dem Abspann. Zwischen den Vorführungen bieten wir unserem Publikum Gesprächsmöglichkeiten mit den Filmschaffenden und anderen Gästen.
Zum ersten Mal bietet DES-MIRAR am Vormittag des 11.10. auch eine Plattform für den direkten Austausch über Projekte, die das audiovisuelle Spektrum aus einer gemeinschaftlichen Perspektive erkunden – als Orte der Gemeinschaftsbildung, der solidarischen Netzwerke, des Friedens und der Erinnerung, sowohl in Kolumbien als auch in Deutschland.
Eingeladene Initiativen:
(Geschlossene Veranstaltung · Begrenzte Teilnehmerzahl · Voranmeldung)
Kommunales Kino, Ortsbewusstsein, Frieden und Erinnerungskultur – Perspektiven aus Kolumbien und Deutschland.
Der Workshop dient dem Austausch und der Reflexion zu Möglichkeiten und Herausforderungen der gemeinschaftsbasierten Kommunikation: Wie entstehen Bilder in den jeweiligen Regionen und Schutzräumen, wie werden Erinnerungen erzählt und inwieweit können audiovisuelle Medien kollektive Prozesse fördern?
In praktischen Übungen gestalten die Teilnehmenden gemeinsam einen audiovisuellen Beitrag.
Sonntag, 11. Oktober 2026 · 10:00–13:00 Uhr
Projektor · Gasteig HP8
Hans-Preißinger-Straße 8, 81379 München
Yuca Kollektiv · Leipzig
Speaker und Leitung: Lorena Millán
Colectiva de Comunicaciones de los Montes de María Línea 21
FAMMA – Festival Audiovisual de los Montes de María
Speaker: Soraya Bayuelo Castellar
Voranmeldung: kolumbien@oeku-buero.de

Ein Sonntagnachmittag/-abend mit Filmen und Gesprächen zu alternativen Sichtweisen und Erzählungen aus Kolumbien.
Kostenlose Tickets über München Ticket (ab dem 30.09.)
FSK:12
Sonntag, 11. Oktober 2026 · 17:00–21:00 Uhr
Projektor · Gasteig HP8 ·
Hans-Preißinger-Straße 8, 81379 München
Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V.,
LAFITA – Lateinamerikanische Filmtage München,
Münchner Stadtbibliothek,
Nord Süd Forum München e.V.,
Aluna Minga e.V.
Kontakt: kolumbien(at)oeku-buero.de

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